Wenn der Chef den Detektiv holt...
...unter dieser Überschrift erschien in der Ausgabe 31/2009 in einer großen deutschen Zeitschrift, die sich auch schon damit rühmte die Hitler Tagebücher gefunden zu haben, unlängst ein Artikel in dem ein Journalist über Detekteien und Detektive in Deutschland berichtete.
Grundsätzlich ist die Pressefreiheit ein hohes Gut, dass es zu schützen gilt. Seriöser Journalismus, welcher dem Detektivgewerbe kritisch, aber neutral, gegenübersteht ist wünschenswert und in einer gewachsenen Demokratie auch unverzichtbar.
Wenn jedoch die journalistische Objektivität dem Populismus weicht und Emotionen, Vorurteile und Ängste der Bevölkerung für eigene Zwecke (hier: der Steigerung des Zeitschriftenabsatzes) gebraucht werden, dann ist das rechtlich vielleicht nicht zu beanstanden, jedoch fraglich ob dies dem Niveau des Blattes dienlich ist.
Keine einzige Detektei wurde in dem Artikel befragt. Auch wenn unsere Detektei nicht im Bericht erwähnt wird, so haben uns doch einige Mandanten auf den in ihren Augen „...sehr einseitig und fast schon feindlichen Artikel...“ angesprochen, so die wörtliche Aussage zweier unserer Mandanten. In der Tat, lässt der Artikel die zu erwartende journalistische Objektivität und Neutralität des Autors etwas vermissen.
Auch wird in dem Artikel kein einziges Wort von dem volkswirtschaftlichen Schaden berichtet, der den deutschen Unternehmen jährlich durch den sogenannten „Lohnfortzahlungsbetrug im Krankheitsfall“ entsteht. Von dem unsozialen Verhalten solcher Lohnfortzahlungsbetrüger gegenüber den Kollegen und dem eigenen Chef einmal ganz zu schweigen. Getreu dem Motto, wenn ich keinen Urlaub krieg, dann melde ich mich eben krank, nutzen viele das soziale Netz gnaden- und schamlos aus. Ein ehrlicher Mitarbeiter hat aber von Detekteien und Detektiven nichts zu befürchten!
Es ist nur von den „zu Unrecht bespitzelten Mitarbeitern“ die Rede. Natürlich werden nicht alle observierten Mitarbeiter eines arbeitsvertraglichen Fehlverhaltens überführt. Das ist aber auch gut so! Wenn sich nämlich – z.B. durch den Einsatz von Detektiven – herausstellt, dass der Anfangsverdacht des Arbeitgebers unbegründet war und das der verdächtigte Mitarbeiter wirklich krank ist, dann kann eine solche Maßnahme auch eine Basis für neues Vertrauen zu dem Mitarbeiter sein. Vertrauen, dass der wirklich kranke Mitarbeiter das soziale Netz der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall nicht ausnützt und seinen Arbeitgeber, seine Kollegen und die Allgemeinheit nicht schädigt. Vertrauen darin, dass ein solcher Arbeitnehmer, wenn er eine künftige Krankmeldung einreicht, auch wirklich arbeitsunfähig erkrankt ist. Wenn ein solches Ergebnis erzielt wird, dann ist doch jedem geholfen:
• Dem Arbeitgeber, der nun weis, dass er einen ehrlichen Mitarbeiter hat.
• Dem Arbeitnehmer, der sich nicht ungerechtfertigten und falschen Beschuldigungen ausgesetzt sieht und
• der Detektei, die einen guten Job gemacht hat und der Wahrheitsfindung gedient hat.
Denn letztlich zahlen alle ehrlichen Arbeitnehmer, die nicht einfach krankfeiern, die Zeche für diejenigen, die meinen nur an sich selbst denken zu müssen und ihren jährlichen „gelben Urlaub“ mit 2-4 Wochen / Jahr schon fest eingeplant haben, da die ehrlichen Mitarbeiter die Arbeit der Kranken mit erledigen müssen und deren unnötige Arztbesuche über die Krankenkassenbeiträge mitfinanzieren müssen.
Gerade in den vergangenen beiden Wochen, wurde durch unsere Detektei zum Beispiel ein Außendienstmitarbeiter observiert der – anstatt wie in seinen Wochenberichten angegeben 41,00 Std. – 45,00 Std. – in keiner Woche mehr als 11,25 Std. gearbeitet hat und die restliche Zeit mit privaten Aktivitäten verbracht hat; aber voll bezahlt werden wollte!!! Muss ein Arbeitgeber sich dass gefallen lassen?!? Letztlich erwartet ja auch der Arbeitnehmer, dass der Arbeitgeber sich an den Vertrag hält. Hat ein Arbeitgeber in Deutschland nicht die gleichen Rechte?!?
Hierüber sollte der Autor des Artikels einmal nachdenken. Aber letztlich dürfte der Artikel seine gewünschte Wirkung nicht verfehlt haben und um den Pulitzer-Preis dürfte es dem Autor dabei auch kaum gegangen sein...

